Das Projekt “Re-Inventing How to Tell Computers to Do Something” wurde im Rahmen des Project Make I ins Leben gerufen. Es stellt die bisherigen Praktiken des Programmierens kritisch in Frage und lädt dazu ein, den Standard der textbasierten Programmierung zu umgehen. Stattdessen fokussiert sich das Projekt darauf, neue Ansätze zu erforschen und das aktuelle Konzept neu zu denken.

Dabei ersetzen wir Bildschirm, Tastatur und Maus durch ein Setup mit Kamera und Projektor. Der Tisch wird zur Arbeitsfläche – man verwendet handgezeichnete, dreieckige Papier-Operatoren, die von der Kamera erfasst und innerhalb kurzer Zeit ihrer in Cables.gl codierten Funktion zugeordnet werden. Der Output dieser Interaktion findet dann visuell über den Projektor seinen Weg zurück auf den Tisch. So wird der Fokus nicht nur auf visuellen Output, sondern vor allem auf die gemeinsame, physische Interaktion mit den Operatoren gelegt.

Um diese Abfolge an Ereignissen zu ermöglichen, agiert im Hintergrund ein Skript, das mit Cables.gl erstellt wurde. Darin werden die Operatoren erkannt, ihre Informationen verarbeitet und ihr Output gerendert.

Den Kern des Projektes bilden die Papier-Operatoren. Sie bestehen aus einem dreieckigen Rahmen, der 4 weitere Formen beinhaltet. Sie sind die Identifikation. Die verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten von Kreisen, Dreiecken und Rechtecken in allen möglichen Reihenfolgen erlauben dabei das Nutzen vieler unterschiedlicher Funktionen. Die physischen Operatoren lassen sich frei im Aufnahmebereich der Kamera bewegen, rotieren und kombinieren. Jede Drehung manipuliert die Parameter Skalierung, Farbe und Rotation in Echtzeit, während das direkte Aneinanderlegen von Operatoren neue funktionale Verknüpfungen herstellt.

Was dieses Projekt bedeutungsvoll macht, ist besonders sein explorativer und experimenteller Schwerpunkt. Unser Ziel war es, den Ablauf von Programmierung in ein neues Licht zu rücken, in dem er physisch, kollaborativ und visuell sein kann. Es ist uns dabei gelungen einen Prototypen zu erschaffen, der genau das umsetzt und gleichzeitig beweist, dass Programmieren nicht im jetzt-Zustand verbleiben muss, sondern dass man immer neue Ansätze erkunden sollte.

Insgesamt zeigt das Projekt, zusammen mit dem entstandenen Prototypen, dass es neben dem klassischen Standard der Programmierung an einem Arbeitsplatz, der mit Monitor und Tastatur ausgestattet ist, auch andere Ansätze gibt. Der Weg, den wir dabei gewählt haben, ist nur einer von vielen, doch er beweist dass Programmieren mit physischen Komponenten möglich ist.

Eventuelle Anwendungsbereiche für Konzepte wie unseres scheinen erstmal nicht leicht zu finden zu sein. Doch es gibt durchaus Stellen, an denen Programmieren mit physischen Komponenten den Mittelpunkt bildet, wie zum Beispiel für Simulationen für Personengruppen, die bisher wenige Berührungspunkte mit Programmierung hatten oder aber wenn die Zusammenarbeit mit den Menschen über der Arbeit am Computer steht. Und in genau diesen Bereichen könnte beispielsweise das Setup aus unserem Projekt eingesetzt werden, da man sich bei der Zusammenarbeit im Raum, ohne die Barriere eines Monitors trifft.

Ein Projekt von: Moritz Lach, Lena Timmermann, Guillermo Arce Gomez, Finn Pickart, Lara Faßbender und Carina Lennartz